Gemeinsam für das Impfen – Positionspapier zur Impfung gegen Pneumokokken
Die Impfraten gegen Pneumokokken bei über 60-Jährigen in Deutschland waren lange Zeit sehr niedrig. Umfragen zeigen, welch wichtige Rolle die Impfempfehlung der Ärzte für die Impfbereitschaft der Patienten spielt. Das Impfen selbst geht im Praxisalltag jedoch häufig unter.
Aufgabe und Ziel
Die Ärzteschaft soll für das Thema Pneumokokken-Impfung sensibilisiert und zur Impfung motiviert werden. Dabei soll die Umsetzung der STIKO-Impfempfehlung zur Pneumokokken-Impfung durch Kommunikationsmaßnahmen mit Experten und Multiplikatoren gefördert werden.
Strategie und Umsetzung
Vorrangiger strategischer Ansatz ist die Zusammenarbeit mit Berufsverbänden und Fachgesellschaften, die der Impfung positiv gegenüber stehen. Sie können als wichtige Multiplikatoren fungieren, die den Nutzen der Impfung an die Mitglieder der Verbände und Fachgesellschaften weitertragen. Basis sind regelmäßige Round-Table mit Vertretern der Gesellschaften und Verbände, die von den relevanten Impfzielgruppen aufgesucht werden.
- Die relevanten Fachgesellschaften und Berufsverbände wurden zu einem initialen Round-Table eingeladen. Diskussionspunkte sind die Argumente für die Impfung, mögliche Gründe für die niedrige Impfrate sowie Ansatzpunkte, diese zu erhöhen.
- Ergebnis ist ein Positionspapier, das von allen Organisationen unterzeichnet wird.
- In Folgeveranstaltungen werden konkrete Maßnahmen für die einzelnen Gesellschaften diskutiert, festgelegt und gemeinsam mit circlecomm umgesetzt. Im Mittelpunkt stehen Hausärzte sowie Pneumologen und Diabetologen.
- Die Schirmherrschaft der Round-Table übernehmen Vertreter des Nationalen Referenzzentrums für Streptokokken (NRZ) und der STIKO.
Erfolge
- Alle Vertreter medizinischer Fachorganisationen und –gesellschaften haben das Positionspapier unterzeichnet:
- Berufsverband Deutscher Internisten (BDI)
- Bundesverband niedergelassener Diabetologen (BVND)
- Deutscher Hausärzteverband
- Deutsche Gesellschaft für Chirurgie
- Deutsche Gesellschaft für Geriatrie
- Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie
- Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie
- Deutsche Gesellschaft für Infektiologie
- Deutsche Gesellschaft für Immunologie
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie
- Deutsche AIDS-Gesellschaft
- Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie
- Das Positionspapier wurde auf Kongressen der Gesellschaften verteilt, auf den Homepages publiziert und in Volltext oder Zusammenfassung in den Organen abgedruckt.
- Begleitende Pressearbeit erzielte eine Resonanz von 3,6 Mio. in der Fachpresse und über 80 Mio. in der Publikumspresse.
- Robert Koch-Institut und Paul-Ehrlich-Institut haben in gemeinsamen Pressemitteilungen zur Grippe-Impfung und zur Impfung gegen Pneumokokken aufgerufen.
- Die Impfrate bei über 60-Jährigen erhöhte sich 2005 auf 21 Prozent.
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